Immer frecher wird die Politik — oder kurz: Angie!
Man wird sie als die erste Frau auf dem Chefsessel des Bundeskanzleramts in Erinnerung halten.
Nein, nicht als die Kanzlerin, die Armut und Hunger besiegte, nicht als die Kanzlerin, die das Gute in die Welt zurück brachte, die befahl Krankheiten für immer aus der Welt zu schaffen, …, eben schlicht und einfach als die erste Kanzlerin — nicht mehr, nicht weniger.
Warum? Nun, viele halten Frau Merkel offenbar für eine käufliche Seele, was an sich natürlich beinahe auf jeden Politiker zutrifft. Aber die Regierungen um Frau Merkel sind in der öffentlichen Meinung nun einmal besonders käuflich und unverfroren. Nicht einmal Helmut Kohl hätte sich getraut einen Atomausstieg-Vertrag über den Haufen zu werfen, hätte er doch um die leidigen Folgen eines solchen Handelns gewusst.
Nicht so Frau Merkel und ihr “Spaßminister”: Sie gehen voll drauf los und stecken ihren besten Freunden bei RWE, EON und Konsorten in die Taschen, was sie wohl auch selbst für die richtige Taschenfüllung halten: Jede Menge Kohlen.
Und beinahe gleichzeitig beschließen die beiden Regierungs-Clowns und ihr Spaßteam auch noch, dass die Armen einfach zu reich sind und streichen den Harz-IV-Empfängern das Elterngeld — und so weiter und so fort.
Politik-Verdrossenheit? Liebe Frau Merkel: Unsere Gesellschaft ist nicht Politik-Verdrossen. Nein, denn was unsere so genannten Politiker mit uns und unserem Land machen hat einfach so wenig mit Politik zu tun, wie ein Fisch mit Fahrradfahren. Politik machen Politiker zum Nutzen ihrer Bürger, ihrer Gemeinschaft, nicht für einige wenige, die sie besonders lieb haben.
Was „Merkel and Friends“ dagegen tun, ist eher beim genauen Gegenteil anzusiedeln: Beim kollateralen Gemeinschaftsschaden!
Aber scheinbar gibt es da eine neue Art von Religion unter Politikern: Ein Wort wird leise geflüstert, auf das scheinbar alle Deutschen, besonders aber Politiker, mehr hören als auf die Worte anderer Religionen, es lautet: Wirtschaft.
„Wenn es der Wirtschaft gut geht, dann geht es auch allen anderen gut“, so die durchgängige Ansicht der infantilen Großväter und Großmütter, die uns in deutschen Parlamenten vertreten.
Kleiner Fehler: Niemand fragt, wie es den Menschen wirklich geht, oder sollte ich das übersehen haben? Hat schon irgendein netter Politiker mal die Abermillionen Depressiven in unserer Gesellschaft gefragt, warum sie denn so leiden, wo es der Wirtschaft doch wieder besser geht? Schonmal einen sterbenden Herzinfarkt-Patienten im Krankenhaus besucht, Frau Merkel, und einfach gefragt, wieso er denn krank ist, wo er doch noch so viel für unsere Wirtschaft leisten muss? Mal ein Kind gefragt, lieber Herr Westerwelle, ob es eventuell Angst vor den zerbröselnden Alt-Atomkraftwerken hat, denen Sie gerade Unbedenklichkeit und eine „verlängerte Laufzeit“ bescheinigt haben? Mal einen Harz-IV-Empfänger gefragt, ob er seine Kinder denn auch ohne Elterngeld ernähren kann?
Vielleicht wird es langsam Zeit für die längst überfälligen Umbenennungen in der deutschen Politik. Möglicherweise sollte man gar die Worte „sozial“ und „christlich“ als deutsche Unworte erklären und per Verfassung aus den Namen der Parteien verbannen. Also etwa: Aus der „Christlich Sozialen Union“ wird eben die WAU (Wirtschaftlich Asoziale Union), was auch bei den Jüngeren besser ankommen würde, weil das Kürzel so wesentlich leichter zu behalten ist.
Ich schätze das wird genau so wahrscheinlich sein, wie etwa, dass es irgend wann einmal einen Politiker gibt, der ehrlich oder fürsorglich ist.
Frau Merkel jedenfalls, die bekanntlich gerade ihre letzte Amtszeit als Bundeskanzlerin verbringt, wird die Prädikate eines „guten Menschen“, also so etwas wie „ehrlich“ und „fürsorglich“, jedenfalls nicht mehr verdienen, solange sie noch auf ihrem Thron sitzt. Vielleicht wird sie eines Tages, wenn sie ihren Lebensweg beendet, ein besserer Mensch sein, was wir ihr sicher alle wünschen.
Tja, liebe Frau Merkel, die ganzen Prinzessinnen-Träumchen der Kindheit — alles vergessen, oder? Oder sind es gar diese Träume, die Sie antreiben immer wieder zu tun, was kaum einer Ihrer Bürger will? Na dann waren Sie damals aber nie Schneewittchen, sondern immer die böse Stiefmutter, oder?
Wenigstens ein bisschen Glaube in der „Christlich-Demokratischen Union“? Na, dann sollte man das mit dem “jüngsten Gericht” und dem „Fegefeuer“ vielleicht noch einmal gründlich nachlesen. Aber vielleicht hören Sie ja auch schon bald wieder alte, unvergessliche Worte durch die laue Luft einer früh-herbstlichen Montagnacht schallen. Schon vergessen Angie? Die Worte lauteten: „Wir sind das Volk!“
Fassen wir es also kurz und bündig mit den Rolling Stones zusammen:
“Angie, Angie … You can’t say we’re satisfied”
Alles Liebe,
Thorsten
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