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 Wenn Werbung ehrlich wäre …


Unser lieber Reporter Hurry Flinkschreib schickte der Redaktion heute den zweiten Teil der Serie.

Lesen Sie selbst:

Wer kennt sie nicht, die herrliche Werbung der Firma “Yellow Strom” , die uns allen klarmachen soll, wie herrlich der Kundenservice der Firma ist. Ohne mich genauer mit der Firma selbst zu beschäftigen – bei einem Telefongespräch, in dem ich versuchte eine Kiste Äpfel zu bestellen, wurde ich doch recht rüde abgewiesen – habe ich stattdessen einige andere Firmen angerufen, um deren Kundendienst auf Service und Genauigkeit, sowie Richtigkeit ihrer Hilfeleistungen zu prüfen und ich muss sagen ich war erstaunt, wie gut ich behandelt wurde. Ein paar Beispiele zeigen Ihnen sicher, wie groß meine Begeisterung war:

Bei einer Firma, die besonders technische Produkte für einen bekannten Supermarkt produziert, habe ich ein sehr gutes Beispiel für einen technischen Telefonservice gefunden:

Als ich die Hotline anrief, wurde ich zunächst sehr freundlich begrüsst, ja man hat mir sogar die Minutenpreise, die man für den Dienst zahlt, super ausführlich erklärt. Stellen sie sich vor, die Mitarbeiterin mit der erstaunlich sanften und freundlichen Stimme, hat sich über zwei Minuten Zeit genommen um mir genau zu erklären, was mich mein Gespräch kosten wird. Nun, daraufhin wurde ich sogar noch weitere fünf Minuten mit einfach hinreissender Musik unterhalten. Was für ein toller Service! Und als mir die freundliche Servicemitarbeiterin dann auch noch schmeichelte, indem sie mir deutlich zu verstehen gab, wie schlau ich sei: “Ich kann sehr gut verstehen, dass sie mir diese Frage stellen, denn so etwas weiß auch keiner meiner Kollegen”, war ich doch sehr überrascht. Wahnsinnig nett finde ich. Danach hat sie mir noch eine wunderbare Internetadresse gegeben, wo alle meine Fragen beantwortet würden. Leider hatte ich kurz nach dem Auflegen den Namen schon wieder vergessen, irgendetwas mit Buubel oder so ähnlich, glaube ich.

Derart motiviert, rief ich dann bei einem deutschen Unternehmen an, dass Spielzeuge verkauft. In der Werbung, in der ich die Telefonnummer fand, wirkte auf mich besonders spannend, dass deren Spielzeug für Erwachsene sein sollte. Also rief ich fröhlich gestimmt an:

Wie schon beim ersten Mal, wurde ich auch hier zunächst über die Preise des Dienstes aufgeklärt, aber vor lauter Aufregung habe ich gar nicht richtig zugehört, diese Stimme war einfach, ähhhm sagen wir einmal aufregend.

Danach wurde ich mit einer Mitarbeiterin verbunden, die sich mit Spielzeug, so wie sie mir sagte sehr gut auskannte. Als ich ihr dann eine Frage zu meinem neuen Gesellschaftsspiel stellte, wurde sie allerdings recht pampig und legte auf. Tja, vielleicht hatte ich einfach nicht das richtige Spielegeschäft erwischt, aber bis dahin war ich ja noch ganz zufrieden.

Als nächstes bin ich in ein Geschäft gelaufen, das laut seiner Werbung nicht nur weiß, wie man etwas macht, sondern auch wo man etwas findet, oder was man mit etwas tut. Ich war sehr skeptisch, aber ging trotzdem mit guter Absicht in das Geschäft.

Leider musste ich feststellen, dass ich weder auf eine wie-Frage (“Wie ist die Telefonnummer vom weißen Haus?”, ich wollte gerne mal mit Barack Obama telefonieren, aber die Antwort “Wohl 0815?”, konnte nicht einmal die richtige Vorwahl für die USA sein!), noch auf eine was-Frage (“Was ist die Wurzel aus 121?”, Antwort: “Wurzeln gibt es in der Gartenabteilung!”) eine richtige Antwort bekam, und auf eine wo-Frage, “Wo liegt der Kilimandscharo?”, die Antwort zu geben, dass er wohl an einem weiter unten liegenden Körperteil zu finden wäre, schien mir auch nicht ganz die korrekte Antwort zu sein.

Ein wenig enttäuscht stellte ich meine Untersuchung darauf hin ein und besuchte ein ansässiges Gebäude, in das, wie ich noch aus meinem letzten Bericht wusste, vorwiegend Menschen gehen, die in einer Stimmung sind, wie sie der meinen gerade entsprach. Hier traf ich auf einen merkwürdig gekleideten Mann, der mir fast auf jede der Wie-Wo-Was Fragen eine Antwort geben konnte, aber obwohl er einen ähnlichen Namen trug, kann ich mir kaum vorstellen, dass er in besagter Fernsehwerbung gemeint war. (Ein Bild von ihm liegt meinem Artikel bei)

Naja, insgesamt muss ich sagen, auch wenn die Werbung nicht so ganz zutrifft, hatte ich doch ein erstaunliches positives Gefühl bei der Auswertung meiner Untersuchung.

Alles Liebe, Euer

Hurry Flinkschreib.

Zum letzten Satz ist hinzuzufügen, dass uns der Bericht auf einundzwanzig Bierdeckeln erreichte, die erstaunliche Mengen von Strichen auf den Kanten aufwiesen. Das erwähnte (sehr fragwürdige) Bild zeigen wir Ihnen natürlich gerne:

Obi

Für alle, die die zuerst erwähnte Werbung noch nicht kennen:

Sie haben drei gelbe Bananen gewählt… 

Viel Spaß, Die Redaktion


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